Trainingslager Zypern 2017




"Kleine" Nachlese und Danksagung an die Teilnehmer des Trainingslagers Zypern 2017, von Hans Temperli


Es sei vorweg genommen, es war auch für mich, nach über 21 Jahren Zypern, wieder ein einmaliges Erlebnis! Vieles hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert, die Zielsetzung jedoch nicht. Schwerpunkt war es, die U19-Fahrer Yves und Felix einen Schritt weiter zu bringen. Im Radsport aber auch fürs Leben. Danke sagen möchte ich allen! Die Reihenfolge ist keine Wertung.


Stefan Meinzer

Mit ihm hat der RV Uster einen Sechser gezogen! Ein Trainer der nicht nur mitfährt, sondern die Athleten beobachtet, versucht sich in die Lage des Fahrers einzufühlen, dementsprechend auch handelt. Nicht wie heutzutage vielmals einfach ein Trainings- plan durchgedrückt wird, ohne auf das Befinden des Athleten einzugehen. Aus seinem Beruf weiss er, dass jeder Mensch eine individuelle Persönlichkeit ist, die es zu respektieren gilt. der Rennfahrer ist keine Maschine! Lieber einmal eine Übung weniger absolvieren, dafür auf die Qualität und das Befinden des Fahrers Rücksicht nehmen. Das gibt gegenseitiges Vertrauen und nur DAS bringt Erfolg. Den Athleten fordern und fördern, nicht nur "quälen"!


Felix Stehli

Für ihn war die Sonneninsel ein erstma- liges Erlebnis. Seine Einstellung, ich denke nicht nur im Sport, ist vorbildlich. Hat man einmal sein Vertrauen gewonnen, wird/ kann er Leistungen erbringen, die manche "Kenner" der Szene überraschen werden. Sein sechster Rang an der Quer-SM war ein "Ausrutscher" in die richtige Richtung, obwohl von den "Kennern" kaum wahr- genommen. Ich frage mich, was die Verbandsverantwortlichen an den Rennen schauen! Auf Zypern hatte er 2-3 Tage Sitzprobleme und wer das kennt, weiss wie das auf die Moral drücken kann. Bei Felix nicht! Er nahm den Schmerz an, ja man hatte das Gefühl, es ginge ihm am A.... vorbei. Das Problem nehmen wir an die Hand und lösen es. Was er noch verbessern muss, ist die Tritttechnik, sowie mit etwas höherer Kadenz zu fahren, was sicherlich auch mit einer anderen Position auf dem Rad verbessert werden kann. Dann bringt er seine überschüssige Kraft noch besser auf die Pedalen. (Ein längerer Prozess!) Im Kopf stimmt es extrem und er kann Training und Rennen recht gut einteilen, er hat das Gespür dafür, weiter so Felix! 


Yves Kuhnen

Für Yves war Zypern zum dritten Mal einfach pure Freude, Lust, Leidenschaft zum Radsport und zu seinem COLNAGO! Das einzige, was in stört ist die das Rot anstelle von Orange an seiner Fahrradgabel (ca. 4cm2), diese Problem lösen wir jedoch noch! Sitzt er einmal auf dem Rad, geht er mit seiner (noch wenigen) Kraft nicht gerade haushälterisch um, im Gegensatz zu Felix. Was er fast einmalig kann, ist die Pedalen wirbeln zu lassen wie einst Risi auf der Bahn oder Chris Froome von Sky an der Tour! Auch die Position auf dem Rad ist Cancellara- Haft, im Gegensatz zu Felix. Sie können in den Trainings von  den Verzügen und Vorzügen des anderen nur proftitieren. Auch menschlich passen sie sehr gut zusam- men! Den Beweis werden sie im Tr.-Lager in Italien erbringen, davon bin ich überzeugt. Was Yves noch unbedingt lernen muss, ist, das nicht jede Welle, Steigung, Berg oder Autobahnüberfahrt eine Bergpreiswertung ist. Kräfte einteilen! Die wohl spielerisch ausgetragenen Sprints am Monte Caputo, jeweils gegen Ende des Trainings, bestätigen meine Beobachtungen, stets war Felix einen Tick schneller. Die Nase halt. Dran bleiben Yves!

Philipp Schmidlin

Er wäre noch immer ein begnadeter Renn- fahrer, seine Prioritäten setzt er aber nicht mehr im aktiven Rennsport. Er setzt in adminstrativen Umfeld neue Massstäbe. Wenn man seine Berichterstattung und die Videos auf der Website sieht, sowie die Website als Ganzes, erübrigt sich jeder Kommentar. GENIAL! Auch wie er in Zusammenarbeit mit den Fahrern die Berichte zurechtbiegt, wie er die Fahrer auch nach 130 Kilometern heranzieht und überzeugt, dass nicht nur Bein-, sondern auch Kopfarbeit dazu gehört. Einfach grossartig. Wenn Flippel etwas will, dann will er! Auch er fördert und fordert wie Stefan, einfach mehr auf der geistigen Ebene. Er ist auch zu Stelle, wenn es darum geht, den Athleten bei den Hausaufgaben zu helfen! Die Fahrer lernen, ihre Muttersprache richtig aufs Papier zu bringen. Unbewusst merken sie es, sie haben begriffen, dass auch solche Sachen sie weiter bringen!

 
Stimmung und meine Wenigkeit

Wie ich eingangs erwähnt habe, war auch für mich Zypern wieder eine Reise wert. Ich denke, trotz der sportlichen Leistungen kam der Spass nicht zu kurz! Beim Essen zum Beispiel, wenn ich in meinem Heisshunger selbst die Zahnstocher in den Speckwürstchen reinhaute! Felix fand die zypriotischen Crevetten knusprig wie nirgends, bis er merkte, dass man ja die Schalen entfernen sollte! Philipp lernte Fisch essen, er mammste ein Lachsstück. Auch machte er uns danach mehrmals darauf aufmerksam, dass er nicht nur Berichte schreiben und Videos drehen, sondern auch "ungeliebte"  Speisen essen könne. Man müsse halt auch manchmal (Ungeliebtes) akzeptieren können!

 

Obwohl eigentlich erst von 07:00 Uhr an Morgenessen war, stürmten Felix und Yves regelmässig um 06:40 Uhr in den Saal und scheuchten das Personal auf! Ich denke das hatte nichts mit der Zeitumstellung zu zun. Beide arbeiten in den führenden Zimmereibetrieben des Zürcher Ober- landes (Jampen & Schindler/Scheibling). "Det muesch eifach am Morge parat sii, susch häsch verlore!!" Verlieren tun beide nicht gern, weder im Beruf noch im Sport.

 

Meine Touren mit Philipp waren ab- wechslungsreich und nicht zu lang, dafür sorgte er, für nicht zu kurze Touren war "der alte Mann" zuständig. Hohe Kadenzen hatten wir beim Plappern und ich in den Aufstiegen, dank Trippel! Philipp machte mich dann jeweils darauf aufmerksam und sagte: "Wenn deine Räder so schnell laufen würden wie das Drehen (Kadenz) deiner Beine, wären wir schon im Hotel! Gibs doch zu, für heute ist einfach genug!" Wie recht er hatte, man muss auch manchmal etwas akzeptieren können.

 

Zum Schluss noch einige Zahlen

Felix, Yves und Stefan fuhren auf Zypern 1540 Kilometern mit ca. 11'000 Höhen- metern. 58 Stunden auf dem Sattel, bei durchnschnittlich 21 Grad. Drei Dosen Sitzcréme, zwei Pneus und rekordverdäch- tige NEUN Schläuche und Sonnencréme.

 

 

Was war am spannendsten an den Berichten?

  Die Texte   Die Bilder   Die Videos



Letzter Trainingstag


Gemütlich stärkten wir uns heute um 06:30 Uhr für das letzte anstrengende Training auf Zypern in diesem Jahr. Danach ging es wie gewohnt drei Stunden später los. Auf dem Trainingsplan standen 6 Stunden für Felix, Yves und Stefan, die anderen durften fahren wohin sie gerade mochten. Das heutige Training sollte zum grossen Teil im Grundlagenbereich gefahren werden. Es ging wiederum nach Zygi, danach 8 Kilometer weiter der Küste entlang und dann links weg hoch ins "Orangental". Später passierten wir Mazotos und weiter ging es nach Larnaka, weil Stefan noch ein "Schläufli" machen wollte. Als dieses volbracht war ging es Richtung Kiti und zum letzten Mal um den Klosterberg (Kloster Stavrovouni) und nach Kornos. Dort angekommen gab es zwei Möglichkeiten, entweder flach und direkt zum Hotel oder über Lefkara noch ein paar Wellen extra fahren. Wir entschieden uns für letzteres, sonst hätten wir die Trainingszeit von sechs Stunden unterschritten. Am Schluss ging es noch über Tochni und Kalavasos, sowie über den obligatorischen Monte Caputo zum Hotel. In diesen zwei Wochen wurden 1540 Kilometer mit ca. 11'000 Höhenmetern zurückgelegt!

Hans fuhr nochmals zum Kourisdam, und um das herum, was vom Stausee noch übrig ist, inklusive einem bergigen Abstecher in das Trodos-Gebirge. Wieder nach Limassol zurück holte auch er sich noch die ersten Platten, hinten und vorne gleichzeitig.


Blick an die Staumauer sowie an das obere Ende des Sees. Wenn der See voll ist, steht die alte Kirche (roter Kreis auf Bild 3) unter Wasser! (Siehe diese Video). Um den See wieder komplett zu füllen, müsste es circa drei Jahre in den Monaten Oktober bis März sehr viel Regnen.


Der Nachmittag war geprägt von der morgigen Abreise, die Velos mussten verpackt und die Koffer ebenso gepackt werden. Das Abendessen wurde bei einer speziellen Karneval-Gala genossen. Heute morgen geht es leider bereits wieder nach Hause, es waren jedoch zwei sehr spannende, intensive und tolle Wochen und die Truppe freut sich bereits wieder aufs nächste Jahr!


So werden usnere Räder eingepackt:



Tour de Halumi


Heute war unser primäres Ziel Pissouri Bay, welches für einige Jahre zuvor unsere Basis war. Da das Columbia Hotel in Pissouri sich im Umbau befindet und deshalb noch geschlossen hat, war unsere Trainingsfahrt auch ein nach "Hause" kommen. Nach vielen Trainings schlossen wir den Tag mit einem Kaffee oder einem Halumi Sandwich in der Strandbar ab. Diese besonders leckeren Halumi Sandwich waren heute also unsere Motivation. Demenstprechend wurde von Beginn an ein sehr schnelles Tempo gefahren. Für den empfindliche (ältrere) Magen nicht geeignet!

Zunächst ging es an der Pissouri Bay vorbei Richtung Paphos. Bevor die Verköstigung anstand, wollten wir nochmals den Belgischen Kreisel trainieren. Dafür eignet sich die Anfahrt zum Flughafen ausgeszeichnet, da keine Kreuzung oder Ampel unsere Tempofahrt behindert.

Nach einem kurzen Fotostop am Aphrodite Felsen ging es weiter vorbei an Olivenbäumen und Weinreben weiter nach Pissouri. Nicht Wein sondern Stilles-Wasser war unsere Essensbegleiter, ja gell so ist das Sportlerleben!

Pfffff....richtig, Yves hat einen Platten. Mit inzwischen viel Routine wechselte Yves zügig seinen Plattfuss. Der sechste!!

Zu bemerken gilt es noch, dass der übermässige Konsum von Halumi Sandwich während einer Trainingsfahrt zu Flatulenzen grösseren Ausmasses führen kann. Es ist daher ratsam, öffters im Wind zufahren, um eventuellen Ohnmachtsanfällen zuvorzukommen.


Zur Lockerung der strapazierten Beine beteiligten wir uns beim heutigen zypriotischen Abend mit Freude dem Volkstanz. Somit steht unserem morgigen Abschlusstraining nichts mehr im Wege.


Mit zypriotischen, sonnigen Grüssen

Stefan Meinzer und Gefolge




Letzter Ruhetag


Wie schon vor den letzten Ruhetagen hatten wir die Diskussion um die Abfahrtszeit. Entweder endlich einmal auszuschlafen und dafür später abzufahren oder den gewohnten Tagesablauf beizubehalten. Wir einigten uns darauf, um die gleiche Zeit abzufahren. Die Abfahrtszeit änderte sich dennoch, weil Yves noch einige Komplikationen mit seiner defekten Satteltasche hatte. Es dauerte etwas länger, da er die neue Satteltasche von Thomas Wegmüller nicht auf Anhieb montieren konnte (Bürogummi). Nachdem Yves in den Vortagen so viele Plattfüsse hatte und die Pneus immer an der gleichen Stelle aufrissen, kontrollierte er, ob die Bremsklötze streifen. Tatsächlich streifte ein Bremsklotz, die Ursache war gefunden.  Mit Verspätung konnten wir um 09:45 Uhr zur Kaffeefahrt starten. Wie schon am letzten Ruhetag fuhren zuerst über den Monte Caputo, später durch die hügelige Landschaft hindurch nach Zygi an den Hafen. Nachdem die Sonne genossen wurde, ging es zurück nach Limassol, wo wir unsere Beine hochlagerten und die Rennvelos putzen. Um Felix zu zeigen, wie viel besser es sich auf einem korrekt eingestellten Rad fährt, durfte er den Rückweg auf dem Rad von Philipp fahren(!!!), welches nicht nur optisch sowie technisch einiges her macht, sondern aufgrund der ähnlichen Körpergrösse Felix auch eine gute Körperhaltung ermöglichte. Nach dem Trainingslager werden wir sein Rad Schritt um Schritt optimieren. Felix war so nett und putzte auch gleich noch die Velos von Yves und Hans. Am Nachmittag planten wir zusammen mit Hans und Philipp die bevorstehende Rennsaison. Morgen folgt noch das letzte kurze (4.5h) Training, bevor nochmals ein 6-Stünder auf dem Programm steht.




Coupierte 5.5 Stunden


Mit einem ausgewogenem und feinen Frühstück setzten wir eine gute Grundlage für das heutige Training. Die Abfahrtszeit von 09:30 Uhr hielten wir (wiederum Stefan, Yves und Felix) ein. Die Strecke heute führte uns wieder an Zygi vorbei Richtung Kornos, wobei sich Yves bereits den ersten Platten des heutigen Tages einfing, es war wieder das gleiche Problem wie am Freitag. Der neue Pneu hatte an der selben Stelle wieder einen Riss, wodurch sich der Schlauch an der Felge aufrieb. Nachdem der Platten geflickt und der Pneu ausgetauscht worden war, fuhren wir durch Lazanias hinauf in das kleine Bergdörfchen Farmakas. Durch den grossen Park im Zentrum der Insel fuhren wir weiter nach Kellaki, doch im sonst ruhigen Park schrieh Yves wieder "Platten!", was Stefan verständlicherweise nervte, war es doch schon der fünfte Platten von Yves in diesem Lager. Diesmal schien der platte Reifen jedoch von einem Steinchen verursacht worden zu sein. Kurze Zeit später war auch dieser wieder geflickt. Der Weg nach Kellaki gestaltete sich mühsamer als gedacht, denn auf einmal ging es über Kies- und Schotterstrassen. In Kellaki angekommen freuten wir uns schon auf eine schnelle Abfahrt, die ersten Meter waren aber eher enttäuschend, sie waren nicht einmal asphaltiert. Wegen vielen Schlaglöchern und Kies mussten wir also langsam fahren. Zum Schluss der Abfahrt hin besserten sich die Strassen und das Tempo wurde wieder höher, sodass der Rest der Abfahrt schnell bewältigt war. Die Strasse führte uns direkt vor unser Hotel, wo wir unser Training nach 5.5 Stunden und 2700 Höhenmeter beendeten.


Hans und ich besuchten unseres bisheriges Feriendomiziel der letzten Jahre in Pissouri, welches wegen Umbauarbeiten geschlossen ist. Dabei entstand ein schönes Zeitraffervideo von der ersten Steigung nach Limassol bis nach Pissouri. Nach knapp vier Stunden und 100 Kilometern waren auch wir zurück.



Danach wurde wie gewohnt die Wäsche gewaschen, heute entstand nebenbei ein Video dazu, mit passender Musik unterlegt, aber seht selbst:



 obligatorische Meze


Zur Krönung des gestrigen Ruhetages gab es am Abend noch ein Meze, welches wir in einem kleinen Bergdörfchen oberhalb von Limassol zu uns nahmen. Das kleine Restaurant machte Thomas Wegmüller für uns ausfindig. Die fahrt dorthin gestaltete sich jedoch etwas unangenehm, da der Taxifahrer die kurvige Strasse teilweise als Rennstrecke ansah. Die grösstenteils fleischigen Speisen mundeten uns sehr. Zum Abschluss der diversen kleinen Gänge gab es (dem Alter entsprechend!) Kaffee, Schnaps und Früchte. Mit vollem Magen gingen wir um 23 Uhr endlich schlafen.


Am nächsten Morgen standen wir dennoch wieder um 06:30 Uhr auf und assen schon wieder Frühstück. Dabei durften wir nicht zu viel Essen, sonst wäre das Training nicht gut gekommen. Die Route führte uns (Stefan, Yves und Felix) zuerst über Zygi schön dem Meer lang nach Kiti. Der Rückenwind spielte vorerst noch mit, als wir jedoch den Klosterberg umrundeten und ins Orangental abbogen um wieder nach Zygi zu kommen, hatten wir extremen Gegenwind. Von Zygi aus ging es direkt zurück Richtung Hotel. Am Schluss hatten wir 120 Kilometer in vier Stunden zurückgelegt. Das Training beendeten wir im altbekannten Chesters.

Den Nachmittag nutzen wir um die Kleider, Räder etc. zu waschen und uns zu erholen. Das Abendessen nahmen wir wieder im Hotel zu uns. Morgen steht nochmals ein 6-Stünder auf dem Programm, bevor der letzte Ruhetag ansteht.


Das abendliche Dessertbuffet, Glacé und eine warme Alternative gibt es auch noch.


Hans und ich (Philipp) machten eine Tour zum Kouris Staudamm, welcher jedoch so wenig Wasser staute wie ich und Hans (immerhin schon zum 22. Mal auf Zypern) noch nie gesehen haben, es scheint von Jahr zu Jahr weniger zu werden. Bei der Fahrt das Tal hoch zum Staudamm hatten wir die Strasse komplett für uns alleine, kein einziges Auto begegnete uns. Erst beim Hinunterfahren kam uns eines entgegen. Die Fahrt durch Limassol war danach sehr abwechslungsreich, da der Verkehr in der Stadt eher hektisch ist, im Gegensatz zum Land.





Kaffee-Fahrt nach Zygi


Zum ersten Mal in diesem Trainingslager fuhren alle zusammen, die Stimmung sowie das Wetter waren von Anfang an gut. Die Abfahrt verzögerte sich jedoch um 20 Minuten, da einzelne Fahrer noch nicht bereit waren, was einigen anderen nicht passte. Als die Kaffeefahrt begann, entschied man sich, Richtung Larnaca zu fahren. Es wurde viel getratscht und wenig gefahren, damit auch alle das Tempo halten konnten. Nach einer gemütlichen Fahrt durch die schöne Landschaft Zyperns kamen wir mit guten Beinen in Zygi an. Dort genehmigten wir uns wahlweise eine Cola oder ein Capuccino, teilweise sogar beides. Nach zwei angenehmen Stunden auf dem Rad, welche mit diversen akrobatischen Einlagen und Zweikämpfen abwechslungsreich gestaltet wurden, kamen wir erholt im Hotel an. Danach trennten sich die Wege, einige lagen an den Pool, andere erholten sich im Zimmer.

Heute Abend werden wir ausnahmsweise nicht im Hotel essen, sondern in einem Restaurant ein Meze geniessen, Bilder dazu folgen später.



Erdbeeren


Mit dem Wissen um den morgigen Ruhetag starteten wir motiviert zum letzten Training dieser ersten Woche. Der Rückenwind peitschte uns durch die Stadt Limassol, in welcher der Karneval anstand. Danach ging es zwischen den Orangenplantagen hindurch auf die ersten richtigen Steigungen dieses Trainings zu. Die fünf Steigungen zwischen Episkopi, vorbei an den englischen Kasernen und Pissouri, nach Kouklia wurden in hohen Tempo (Durschschnitt bisher 31 km/h) gefahren. In Kouklia angekommen verabschiedeten wir uns vom Meer und steuerten direkt auf die Berge zu. Der Aufstieg über Dora nach Malia war angenehm zu fahren. Das Wetter spielte mit, auch etwas höher konnte man mit kurzen Hosen und kurzem Trikot fahren. Die Ränder aus dem Vorjahr wurden wieder aufgefrischt. Bei der Abfahrt von Malia hinunter entschieden wir uns, noch eine Schlaufe nach Pachna zu machen. Die Abfahrt auf der breiten Hauptstrasse wurde wie gewohnt in hohen Tempo gefahren. Vorbei an einer stinkenden Schweinefarm fuhren wir auf den Erdebeeren-Stand in der Ebene vor Limassol zu. Zur Freude Yves erlaubte Meinzi diesmal einen Halt, die frischen Erdbeeren schmeckten der gesamten Gruppe sehr. Körperlich und moralisch gestärkt wurden die letzten 30 Kilometer unter die Räder genommen. Nach einem kurzen Halt aufgrund angeblicher technischer Probleme von Yves, absichtlich von Felix vorgetäuscht, und nachdem Yves anschliessend die unschuldigen Schafe am Strassenrand befluchte, erreichten wir nach 165 km und 2300 Höhenmeter wieder unser Hotel.

Alle Fahrer freuen sich nun auf den morgigen Ruhetag und wünschen einen guten Start in die neue Woche!

 



Premiere auf dem Klosterberg


Nachdem wir gestern einen Abstecher nach Pissouri machten, stand heute wieder der Klosterberg auf dem Programm. Diesmal wurde der Berg jedoch nicht umrundet, sondern zum ersten Mal erklommen. Auf der Hinfahrt übten wir den belgischen Kreisel, wobei wir einen Triathleten überholten, welcher die ganze Strasse für sich alleine beanspruchte. Nachdem sich Yves lautstark bemerkbar machte, fühlte er sich wohl provoziert und wollte keinen Platz machen, schlussendlich zog er jedoch den kürzeren, was dem Triathleten (!) eigentlich von Anfang an hätte klar sein müssen. Der Aufstieg zum Klosterberg über sieben Kilometer beanspruchte etwa 30 Minuten. Oben angekommen wurde zuerst die Aussicht genossen, danach lag auch noch Zeit drin für ein paar Bilder, um auch unsere Leser in der Schweiz teilhaben zu lassen. (Bilder folgen später!) Die Abfahrt sagte vor allem Stefan zu, Yves und Felix hatten ihre liebe Mühe damit, weil die Abfahrt einfach viel zu flach und langsam war. Der Aufstieg lohnte sich aus unserer Sicht nicht wirklich. Den Frust darüber wandelte Felix in Energie um und zeigte während der Führungarbeit viel Temprament und steigerte jeweils das Tempo. Bevor wir nach fünf Stunden und 130 Kilometern wieder im Hotel ankamen, passierten wir den Monte Caputo, das Ergebnis ist das Gleiche wie letztes Mal, Felix vor Stefan und Yves. Stefan konnte also weiter Punkte gut machen auf Yves, Felix hat nun bereits 13 Punkte, Yves 9 Punkte und Stefan 7 Punkte. Es dürfte also nochmals spannend werden.



Pannen-Freitag


Ausgeruht vom gestrigen Ruhetag kamen wir wie gewohnt um 06:30 Uhr zum Frühstücksbuffet. Drei Stunden später starteten wir (Stefan, Yves und Felix) bereits unser Training richtung Pissouri, wo wir die letzten drei Jahre logierten. Heute waren die ersten spezifischen Übungen angesagt. Nach etwa 30 Kilomtern, auf der Akrotiri-Halbinsel, fuhren wir diverse kraftintensive Sprints. Via Episkopi ging es Richtung Pachna, bevor wir auf die Strasse nach Pissouri einbogen. Obwohl eigentlich "nur" vier Stunden auf dem Programm standen, dauerte die Ausfahrt einiges länger, da die Gruppe von einigen Defekten aufgehalten wurde. So hatte Yves drei Platten im Abstand von nur wenigen hundert Metern, was der Stimmung nicht gerade zuträglich war. Nachdem Thomas Wegmüller die Fahrer mit einem neuen Pneu ausstattete konnte die Fahrt weiter gehen. Da schon viel Zeit verloren ging, war, zum Frust von Yves, keine Zeit mehr übrig für ein Halumi-Sandwich in Pissouri. Auch der Stand mit frischen Erdbeeren wurde verschmäht, es wird sicher noch eine Gelegenheit kommen, dort einen Halt zu machen. Mit 140 km und nach knapp fünf Stunden Fahrzeit kehrten die drei Fahrer zum Hotel zurück.

Hans und ich fuhren nun auch bereits mit dem Astana Team, mit dem Unterschied jedoch, dass nicht wir von ihnen eingeholt wurden, sondern wir die Fahrer einholten! Die Fahrt mit ihnen gestaltete sich sehr angenehm, ausserdem konnten Hans und ich uns überzeugen, dass vieles, was wir unseren Fahrern beibringen, auch bei den Profis so gemacht wird. Dies zu sehen bereitet einem Freude und bestärkt einem auch, dass unser Wissen die Fahrer weiterbringen kann.

Das Abendessen wurde mit einer Vorführung von traditionellen Tänzen untermalt.

 


Aus technischen Gründen ist es momentan leider schwierig, Bilder und Videos zu zeigen, das Internet hier im Hotel ist viel zu schlecht, für morgen wurde mir jedoch ein schnellerer Zugang versprochen, dann sollten hier auch wieder aktuelle Bilder zu finden sein.


Ein schönes Wochenende wünschen die Berichterstatter Felix, Yves und Philipp, sowie auch Hans und Stefan.



Verdienter Ruhetag


Wie gewohnt gingen wir um 06:30 Uhr zum Frühstück, um genug Zeit zum Verdauen zu haben. Nach dem "Zmorge" hatten wir noch zwei Stunden Zeit bis zur Abfahrt um 10 Uhr. Die Gruppen blieben gleich, Stefan zusammen mit Yves und Felix, sowie Hans mit Philipp. Der Chef des Restaurant meinte zu uns, das Wetter sei heute ideal um Rad zu fahren. Doch uns wurde schnell klar, dass dies nicht der Fall war, denn es war eher frisch und sehr windig, sodass wir kaum voran kamen. Bereits zu Beginn begnegeten wir wieder dem Astana Team, welches in gewohnt hohem Tempo an uns vorbei fuhr. Diese Mal musste unser Rennfahrerstolz jedoch der Vernunft weichen, weil eine erneute Aufholjagd nicht in das für den heutigen Ruhetag verordnete regenerative Fahren gepasst hätte. Nach zwei Stunden mehr oder weniger planlosen "Rumgekurve" erreichten wir wieder das Hotel. Hans und Philipp fuhren in die andere Richtung, und zwar nach Limassol, wo sie bei einem Kaffee bzw. Cola den Blick aufs Meer sowie die Schiffe vor dem grössten Hafen der Insel genossen. Auch sie begegneten auf dem Rückweg den Fahrern von Astana, welche freundlich grüssten. Nach der Ausfahrt genossen die zwei noch die Massagestühle im Hotel.

Am Nachmittag wurde die Zeit bei der einen oder anderen Partie Tischtennis vertrieben, wobei auch noch die Reaktion und Koordination geschult wurde.


Um die Grösse des Hotels zu verdeutlichen, haben wir dieses Video aus der Haupthalle aufgenommen. Der ganze Komplex ist jedoch noch um ein Vielfaches grösser.



Erster 6-Stünder



Da so ein langer Trainingstag gut geplant sein will, entschieden wir uns, das Frühstück auf 6:30 Uhr zu verschieben. Ausgewogen zu essen war heute besonders wichtig, schliesslich musste der Körper genug Energie zu Verfügung haben für sechs anstrengende Trainingsstunden. Um 09:30 Uhr starteten wir bei strahlendem Sonnenschein zu unserer Ausfahrt. Diese führte uns wiederum via Zygi dem Meer entlang Richtung Kiti. Dabei wurden wir vom Development Team von Astana überholt. Dies liessen wir natürlich nicht auf uns sitzen und starteten unverzüglich die Nachführarbeit. Nach anstrengenden Minuten konnten wir uns in ihrem Windschatten erholen. (Video dazu folgt später!)

Danach umfuhren wir wiederum den Klosterberg, der Abwechslung zuliebe jedoch auf einer anderen Strasse. Nach einem Abstecher zum Orangental machten wir uns auf den Rückweg nach Limassol. Natürlich wurde wieder der Bergsprint am Monte Caputo ausgefahren, wiederum mit dem besseren Ausgang für Felix, gefolgt von Stefan (!) und zuletzt Yves. Das Klassement sieht nun folgendermassen aus: Felix 10 Punkte, Yves 8 Punkte, Stefan 5 Punkte.

Hans und Philipp begnügten sich mit einer etwas kürzeren aber nicht minder anspruchsvollen Route. Dabei wurde auch der Landschaft Rechnung getragen.



130 abwechslungsreiche Kilometer


Das heutige Frühstück wurde um eine halbe Stunde nach vorne verschoben, da einerseits ein längeres Training anstand sowie der Wetterbericht schlechteres Wetter für den Nachmittag ankündigte. Nicht ganz pünktlich aufgrund von vergessenen Schuhen (!) um viertel nach neun begann unser zweites Training, welches 5,5 h dauern sollte. Wir fuhren wiederum via Zygi (ausgesprochen "Sigi") der Küste entlang nach Larnaca. Der Wind machte uns das Leben schwer, wir staffelten konsequent um möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten, dabei übten wir auch das korrekte Ablösen je nach Windrichtung. 

Bei der coupierten Umrundung des Klosters von Stavrovouni konnten wir den Gegenwind zugunsten von leichtem Rückenwind hinter uns lassen. Zurück an der Küste klarte der Himmel etwas auf, das Quecksilber stieg leicht. Um das Tagesziel zu erreichen ergänzten wir unsere Route mit einer kleinen und einer grossen Zusatzschlaufe.

Wiederum kurz vor unserem Hotel mit 130 strengen Kilometern in den Beinen passierten wir den Monte Caputo, diesmal konnte sich Felix klar von Yves absetzten, Stefan blieb ohne Chance auf den Sieg zurück und belegt noch immer den dritten und letzten Platz. Den Spitzenplatz im Gesamtklassement belegen nun punktlgleich mit je sieben Zählern Felix und Yves. Es bleibt also weiter spannend. Stefan muss sich aktuell mit drei Punkten begnügen.

Morgen steht die erste Königsetappe der ersten Serie an, bevor am Donnerstag der Ruhetag genossen wird.



1. (richtiger) Trainingstag


Positiv überrascht vom reichhaltigen und abwechslungsreichen Frühststücksbuffet starteten wir gut gelaunt unsere erste richtige Trainingsausfahrt. Der Wetterbericht kündigte wechselhaftes Wetter an, von diesem war die ersten drei Stunden nichts zu spüren, die Sonne strahlte vom blauen Himmel. Die Route führte uns in den Osten der Insel, bis wenige Kilometer vor Larnaca. Vorbei an dem Kamelpark in Mazotos fuhren wir mit leichtem Gegenwind der Küste entlang.

Etwa 20 Kilometer vor Larnaca holten wir zwei Damen in agilem Alter ein, welche sich sogleich zu unserer Gruppe gesellten. Die Kommunikation gestaltete sich sehr einseitig, da selbst einfachste englische Wörter wie "yes" oder "no" nicht Teil des Wortschatzes der Fahrerinnen aus dem Osten waren. Nach etlichen Versuchen unsererseits konzentrierten wir uns wieder auf das Wesentliche, sprich das Radfahren. Auf dem Heimweg hatten wir leider weniger Wetterglück, was etwas auf die Stimmung der Truppe drückte. Felix konnte jedoch bereits auch die ersten Punkte auf seinem Bergpreiskonto verbuchen, gewann er doch den zweiten Sprint des Lagers auf den legendären Monte Caputo. Gesamthaft führt nun also Yves mit einem Sieg gestern und dem zweiten Platz heute das Bergpreisklassement vor Felix und Stefan an. Mit nassen Kleidern sowie Schuhen und ohne Sturz fuhren wir sicher in die Tiefgarage des Hotels.



Anreise und erstes Training


Herzlich wilkommen zur Berichterstattung von unserem Traininglager in Zypern. Der heutige Tag begann um 05:15 Uhr mit der Besammlung beim Flati. Danach fuhren wir gemeinsam zum Flughafen. Da wir unser Gepäck bereits gestern aufgegeben haben, konnten wir uns vor dem Abflug einen kleinen Snack sowie einen Kaffe gönnen.

Mit einer kleinen Verspätung aufgrund von Passagieren mit ungültigen Reisedokumenten traten wir um 8 Uhr unsere Reise nach Larnaca an. Nach einem angenehmen Flug an Bord einer Edelweiss-Maschine nahmen wir unser Gepäck und verfrachteten es in den Minibus nach Limassol in Richtung Hotel.


Nachdem die Räder zusammengebaut und die Zimmer bezogen waren, absolvierten wir bereits die ersten Kilometer in diesem Trainingslager. Leider spielte das Wetter nicht mit und wir wurden schon verregnet. Yves und Felix fuhren zusammen mit Stefan nach Zygi, während Philipp und Hans ein etwas näher gelegenes Kaffee ansteuerten.

Der Tag wurde mit dem ersten Abendessen sowie dem Schreiben des Berichtes beendet. Morgen steht der erste "richtige" Trainingstag an.


Sportliche Grüsse aus Zypern von eurem Reporterteam Felix, Yves und Philipp!