Trainingslager Italien 2018


Aufgrund des schlechten drahtlosen Internets und des nicht vorhanden sein von einem kabelgebundenem Internetzugang im Hotel war es leider nicht möglich, tägliche Berichte und Bilder hier zu veröffentlichen. Deshalb können wir diese erst jetzt auf der Website aufschalten. Geschrieben von Hans Temperli.



Tag 1&2:


Die ersten Kilometer sind in den Beinen. Nach einer mühsamen Autofahrt mit extrem viel Verkehr sind wir in Gatteo a Mare spät angekommen. Dank dem guten Wetter konnten wir doch noch auf das Velo zu einer gemeinsamen Fahrt.

Auch am Sonntag strahlte die Sonne und es konnte das erste richtige Training absolviert werden. Die Vorgaben waren für die ersten zwei Tage bekannt!


  • Gruppe «Luc» mit Hans, Ernst und Luc, Ansage: 85 km, gefahren: 100 km
  • Gruppe «P&L» mit Elia, Marc, Philipp und Lars, Ansage: 120 km, gefahren: 115 km
  • Gruppe «Remo» mit Yves und Remo, Ansage: 125 km, gefahren: 145 km


Zwei Gruppen im Plus, eine Gruppe im Minus, die Bilanz lässt sich sehen! Gruppe P&L statteten der Rennbahnin Forli noch einen kurzen Besuch ab und fuhren ein paar Runden bis der Platzwart und höflich bat, das Gelände doch zu verlassen.


Aus Platzgründen mussten wir das bisherige Hotel Giove verlassen und logieren jetzt neu im Hotel Spiaggia. Vorweggenommen, ein Glücksgriff, direkt am Meer. Vorzügliche Küche und Zimmer, eigener abschliessbarer Veloraum für 20 Velos, Parkplatz beim Hotel! Besser hätten wir es nicht treffen können. Verhungern müssen wir sicher nicht! (Siehe Fotos) Morgen Montag wird das Tagessoll an Kilometer noch etwas erhöht! Das ist gut für die Verdauung, Körpergewicht, Wohlbefinden und Form!!



Tag 3:


Vom Bauer «Luc» zum Radrennfahrer! Am Montag wurde bereits die dritte Trainingseinheit ausgefahren. Alle Gruppen erreichten das geforderte Trainingsziel!


  • Gruppe «Luc», Ansage: 100 km, gefahren: 120 km
  • Gruppe «P&L», Ansage + gefahren: 120 km
  • Gruppe «Remo», Ansage: 150 km, gefahren: 160 km


Alle Trainings bei bestem Wetter, sturzfrei und guter Laune! Der Höhepunkt war sicher die grandiose Leistung von Luc. Da kann man nur den Hut ziehen, er dreht und dreht und dreht! „Eifach huere geil!“ Morgen ist bereits der erste Ruhetag angesagt! Yves wird die ganze „Horde“ kreuz und quer ca. zwei Stunden durch die Ebene führen. Angesagt sind: Beine und Kopf lüften!!



Tag 4:


Der Ruhetag vermochte Wettertechnisch leider nicht zu überzeugen, trotzdem wurde in die Pedalen getreten. Nach etwa zwei Stunden fahren mit hoher Kadenz und diversen spielerischen Sprints bei Autobahnbrücken kehrten wir in eine Beiz in Gatteo a Mare ein und genossen eine Cola und Chips. Morgen steht der nächste Trainingstag an, welcher die Fahrer wieder fordern wird, körperlich wie mental, denn es ist schlechteres Wetter angesagt.



Tag 5:


«Nuove abitudini nella RVU! Luc provoca Giovanni a saliere.» Neue Sitten im RVU! Luc provoziert Hans zum Bergfahren. Nichts mit Temperatursturz und Regen, sondern bestes Radfahrerwetter den ganzen Tag, gegen alle Prognosen! Als ich am Morgenessen bei garstigem Wetter die Marschroute bekannt gab, blickten mir ungläubige Gesichter entgegen. Elia bekam die Schockmeldung, dass er mit Remo und Yves auf eine Tour von 145km musste! Lars schloss sich dieser Gruppe „Tortour“ an. Philipp zog noch einen zusätzlichen Ruhetag ein, Marc verlor den Anschluss auf den ersten Metern, weil er noch etwas plauderte. Wenn Yves in die Pedalen drückt «muesch parat si!» Alleine radelte Marc einen 120er. Die Anderen fuhren das komplette Programm von fast 150 km! Hier gilt es vor allem Elia zu erwähnen, der mit 15 Jahren eine grandiose Leistung erbrachte! Flache Strecke Richtung Ravenna mit einem Schnitt von 32 km/h. Ernst, Luc und meine Wenigkeit drückten heute einen knappen 90er rein. Erstmals ging es etwas Berg auf, der Passo Grillo stand mit Umwegen auf dem Programm. Wenn man bedenkt, dass Luc im Juni erst 12 Jahre alt wird, ist seine Leistung nicht hoch genug ein zu schätzen! Ernst und ich dachten uns, wenn wir mit ihm dieses Jahr über den Grillo fahren, müssen wir es nicht nächstes Jahr. Mit Garantie wird er uns dann klar deponieren und stehen lassen. Das ich nicht unbedingt der Bergfahrer bin ist bekannt, aber so macht es auch mir Spass zu klettern!          

Auf dem Video: Ernst und Luc bei der Ankunft auf dem Passo Grillo beim „Futtern“ und trinken.


 




Tag 6:


Härtetest! Nicht alle haben bestanden. Wie in so manchem Trainingslager ist der 5. Tag einer der schwersten! Nach dem Ruhetag (Vorgestern) läuft es den Meisten noch rund. Doch der zweite Tag nach dem Ruhetag ist in der Regel sehr anspruchsvoll. Kommen dann noch regnerisches kaltes Wetter, verspannter Rücken, schwere Beine, etwas Sitzbeschwerden (was alles normale «Boböbeliche» sind) dazu, unterscheiden sich Velofahrer von richtigen Radrennfahrern. Da ist mentale Härte gefragt und gefordert! Heute war genau ein solch idealer Tag. Nicht alle haben bestanden! Für Yves war es ein normaler Trainingstag bei nicht idealen Bedingungen. Rennen finden auch bei jedem Wetter statt! Remo biss sich tapfer durch und musste leiden. Luc zeigte Einsatz und Durchhaltewillen. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man bedenkt, dass Beide noch wenig oder Luc keine Rennerfahrung haben. Remo biss sich 140 km an Yves Hinterrad fest. Wenn er kalt hatte sagte Yves einfach: «Dann fahren wir etwas schneller, dann hast du wieder warm und wir sind erst noch schneller im Hotel» Die gleichen Sprüche musste auch Luc von mir bei den letzten 15 von 118 km anhören! So einfach ist Rennfahren, wenn man will und Beide wollten. Morgen steht leider schon der letzte Trainingstag an! Für Luc und Remo wird es ein ruhiger Tag werden, Der verdiente Lohn wird eingefahren aber natürlich gehts gleichwohl nochmals aufs Velo!



Tag 7:


«L‘ultimo giorno di allenamento!» Der letzte Trainingstag! Einmal mehr wie in den letzten Tagen überraschte uns das Wetter positiv. Bei angenehmer Temperatur und etwas Wind starteten wir zu unserer letzten Ausfahrt. Wie gestern berichtet konnten Luc und Remo heute ihre schweren Beine etwas „lüften“, aktive Erholung war angesagt, hatten doch die letzten schweren Tage ihre Spuren hinterlassen. Ein angenehmer 60er war zu absolvieren. Elia kompensierte das gestrige etwas gar früh abgebrochene Training und genoss heute dafür ein „Fährtchen“ mit Yves über 140km! Somit hat auch Elia sein Trainingssoll erfüllt. Nach dem Training stand das obligate Velowaschen und putzen auf dem Programm. Die Fahrräder sind bereits verladen und es steht nichts im Wege, dass wir Morgen planmässig auf die Heimreise gehen können. Einmal mehr war das Trainingslager eine gelungene Sache! Die Zielsetzungen wurden weitgehend erreicht. Positiv vor allem Luc, der meine Erwartungen übertraf! Wie üblich verteile ich keinen Kaktus aber auch keine Rosen, Verbesserungspotenzial haben wir noch alle zur Genüge, ich meine da nicht nur die Aktiven!

Für das nächste Jahr musste ich das in allen Belangen vorzügliche Hotel bereits buchen! Eigentlich hatte ich vor 2019 einmal nicht über den 1. Mai nach Italien zu reisen. Da aber Ostern und Schulferien in der Vorwoche zum Lager sind, findet das Lager 2019 wieder in der gleichen Woche wie bisher statt! Vom Sa. 27. April bis Sa. 4. Mai 2019.


Mit fast einem Jahr Vorlauf sollte es ALLEN Vereinsmitgliedern möglich sein, sich dieses Datum zu merken und entsprechend wieder am Lager im nächsten Jahr teilzunehmen!